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Warum faire Bezahlung beim Lohn für Unternehmen überlebensnotwendig wird

Autor: Sarah Sommer / am

Selbst die beliebtesten Arbeitgeber können Reputationsprobleme erhalten, wenn sie eine ungerechte Lohnpolitik haben. Google musste dies schmerzlich erfahren. Als Arbeitgeber sollte man darum eine klare Strategie bei den Löhnen haben.

Das US-Ministerium für Arbeit (Department of Labor) wirft Google eine systematische Schlechterstellung von weiblichen Mitarbeitern bei der Lohnbezahlung vor. Letzte Woche kam es nun in San Francisco zu einer ersten Gerichtsanhörung, welche starke Medienaufmerksamkeit genoss. Als Reaktion auf diese Anhörung, hat Google ihr Lohn-Modell publiziert, aufgrund dessen Diskriminierung verhindert werden soll.


Unabhängig ob Google nun tatsächlich ihre Mitarbeiter unfair entlohnt, ist der Schaden für die Reputation bereits Tatsache. Interessant ist indes das Google als Firma in der Beweislast ist und sich verteidigen und ihre Daten offenlegen müssen. Etwas was bereits viele Schweizer KMUs in Verlegenheit bringen würde, da diese meist gar keine Lohnmodelle einsetzen.


Obwohl Google sich sehr stark für eine gerechte Entlohnung und für Frauen in der IT Branche engagiert und auch generell hohe Löhne bezahlt und und zu den beliebtesten Arbeitgebern gehört. Und somit nicht zu den klassischen Tätern gehört, welche man in einem solchen Gerichtsprozess erwarten würde.

Wie kommt es also, dass sich nun Google vor Gericht verantworten muss?

Begonnen (zumindest in den Medien) hat alles mit einem „Projekt“ einer Mitarbeiterin von Google, welche eine Lohnliste publizierte. Darin konnten Google Mitarbeiter ihren Lohn publik machen um Lohndiskriminierungen überhaupt erst messbar zu machen. Sie stellte dabei einen Lohnunterschied nach Geschlecht und Hautfarbe fest.


Vielleicht hat Google in diesem Moment den Fehler gemacht, dass sie nicht in die offensive gegangen sind. Andere Firmen wie Salesforce erkannten das Thema und nutzen es für ihr Personalmarketing. Durch die proaktive Kommunikation konnten sie nicht nur die Marke positiv aufladen, sondern sich auch gegen Gerichtsprozesse wie den von Google schützen.


In dieselbe Kerbe schlägt auch das EDGE Zertifikat, welches es Arbeitgebern ermöglicht ihr Lohnmodell zertifizieren zu lassen. Vorausgesetzt sie erfüllen die Anforderungen. Teil dieser Zertifizierung ist eine gemeinsame Publikation und somit eine positive Positionierung der Marke.

Es geht nicht nur um Google und auch nicht lediglich um den Gender Gap. Das Thema ist grösser.

Vielleicht ist Google nur ein „Bauernopfer“ und kam durch ihr unglückliches Verhalten ins Schussfeld der Justiz. Interessanter ist aber vielmehr dass das Thema faire Entlöhnung und generell Fairness von Arbeitgebern an Bedeutung gewonnen hat. Dabei sind es nicht nur die Mitarbeiter, welche sich einen fairen Arbeitgeber wünschen. Es sind immer öfter auch Konsumenten, welche ein Produkt von einer fairen Firma vorziehen.

Wenn es sich selbst internationale Firmen wie Google nicht mehr leisten können, diesen neuen Regeln Rechnung keine zu tragen. Wird es für nationale oder regionale Firmen zu einer Überlebensfrage. Kommt ihr Unternehmen in den Medien als Firma welche Systematisch Frauen unfair bezahlt, könnte dies zu empfindlichen Umsatzeinbussen führen.

Nehmen Sie ihren Arbeitgeber in die Pflicht

Helfen Sie Ihrem Arbeitgeber, indem Sie ihn pro aktiv auf Ungereimtheiten aufmerksam machen. Und zwar nicht nur Geschlechterspezifisch. Es kann auch sein, dass zum Beispiel Erfahrung beim Lohn ungenügend berücksichtigt oder für ihre Branche unterdurchschnittliche Löhne bezahlt. Selbstverständlich können Sie sich dabei nicht mit Kollegen vergleichen. Mit dem Lohnrechner geben wir aber Arbeitgebern und Arbeitnehmern die Möglichkeit den Lohn gegenüber dem Markt zu vergleichen.

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