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Wie viel verdient man als Model?

Model ist der Inbegriff eines Traumberufs – gemeinsam mit dem Filmschauspieler und noch vor dem Musiker. Vor allem viele junge Frauen verbinden damit ein Leben in Glanz und Glamour, gekrönt von millionenschweren Honoraren und weltweiter Bewunderung. Illustre Namen wie Heidi Klum oder Kendall Jenner stehen für viele als Symbol für Karriere und beruflichen Erfolg. Tatsächlich kann sich das Modelling zum Traumberuf auswachsen. Allerdings sollte man dabei seinen Sinn für Augenmaß nicht verlieren. Nur wenige schaffen es bis ganz an die Spitze. Das überwiegende Feld der Foto– und Laufstegmodelle bewegt sich bei den Einkommen in erheblich bescheideneren Größenordnungen. Wie es damit in Deutschland und der Schweiz aussieht, ist hier zu lesen.

Model – was ist das eigentlich?

Die Definition des Berufs mag manche überraschen: Model kann jede Person sein, die mit dem eigenen Körper oder dem eigenen Gesicht etwas vermittelt – entweder zu kommerziellen oder zu künstlerischen Zwecken. Damit ist ausdrücklich gesagt, dass es nicht zwingend zum Modelberuf gehört, schön zu sein oder über einen perfekten Körper zu verfügen – wobei “perfekt” je nach Geschmackslage Definitionssache ist.

Dass dem so ist, beweisen die Agenturen für Übergrößen-Modelle oder für Charakterdarsteller. In Hollywood gibt es sogar eine Agentur für hässliche Menschen. Dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass Personen, die dem heutigen Schönheitsideal entsprechen, bei den Top-Honoraren eindeutig die Nase vorn haben.

Ein weiterer Faktor für gute Honorare sind zusätzliche Fähigkeiten. Models mit Schauspiel– oder Tanzausbildung haben bei Castings erhöhte Chancen, besonders, wenn es um Aufträge für ungewöhnliche Projekte geht.

Wenn man sich entschließt, die Laufbahn als Modell anzutreten, wandern die Gedanken in den meisten Fällen in Richtung aufregender Shootings auf Barbados oder Blitzlichtgewitter beim Karlie Kloss-Raubtiergang über den Laufsteg der Saisonmodenschau eines weltbekannten Modedesigners. Manche träumen auch von einer Produzentenkarriere für TV-Shows à la Germany’s next Topmodel von Heidi Klum. Doch der Alltag sieht meist anders aus, besonders am Anfang.

Glamour gehört nicht immer zum Berufsbild

Was viele hoffnungsvolle Jung-Models bereits während der Ausbildung erfahren: Modell ist nicht gleich Modell. Die Top Jobs der internationalen Elite sind dünn gesät. Das Einkommen stammt in der Regel aus erheblich nüchternen Quellen. Die meisten Jobs kommen von lokalen Auftraggebern: Modesalons, Kaufhäusern, Printmedien oder Online-Anbietern. Entsprechend überschaubar sind die Honorare.

Auch bei der Art der Aufträge müssen Berufsanfänger ihre Erwartungen vielfach drastisch herunterschrauben. Nur ein kleines Segment der Jobs befasst sich mit den erhofften Bereichen Mode, Kosmetik und Glamour. Vielfach geht es um erheblich profanere Dinge: Staubsauger, Schlagbohrmaschinen, Putzmittel, Versicherungen – um nur einige Beispiele zu nennen.

Wer sich für den Beruf des Models als Hauptverdienstquelle entscheidet, darf bei den Aufträgen nicht zimperlich sein. Auch Topmodels haben einmal ganz klein angefangen. Ob Auftraggeber wie Reiseunternehmen oder Baumärkte zu ihren ersten Jobs gehörten, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen, aber Projekte dieser Art brachten mit Sicherheit die ersten Honorare ins Haus.

Jede Modelsparte bietet Aufstiegschancen

Aus beruflicher Sicht gibt es vor allem diese Sparten für die Betätigung als Model:

Das Laufstegmodell, früher Mannequin genannt, wird vor allem für Modenschauen und andere Arten von Fashion Events gebucht. Models dieser Sparte müssen Mindestanforderungen an die Körpergröße erfüllen, in der Regel zwischen 1,73 und 1,79 Meter, wobei die Einkommenschancen ab 1,75 Meter spürbar steigen. Die Körpermaße für Catwalk Models sollten bei 84/60/89 liegen (Brust/Taille/Hüfte). Grund für die Körpergröße: die gute Sichtbarkeit mit bloßem Auge, auch über größere Entfernungen hinweg.

Beim Fotomodell, der lukrativsten Modelsparte, spielt die Körpergröße keine entscheidende Rolle. Hier kommt es vor allem auf gute Proportionen und mimische Qualitäten an. Die Körpermaße sollten etwa denen der Laufstegmodelle entsprechen.

Promotionmodelle finden ihre Jobs vor allem auf Messen, bei Aktionen oder bei anderen werblichen Kampagnen. Die Körpermaße, die in dieser Sparte am meisten gefragt sind, betragen 90/60/90.

Plus-Size-Modelle füllen ein ständig wachsendes und sehr gefragtes Segment aus. Modelle für Übergrößen finden vor allem in der Modebranche und in Pressemedien ihr Auskommen. Noch ist kein Plus-Size-Model in den exklusiven Kreis der Topmodels aufgestiegen – aber wer weiß?

Erotikmodelle bedienen einen milliardenschweren Markt. Die Einkommen sind zum Teil erheblich. Dennoch gilt auch hier: Die große Masse der Modelle und Darstellerinnen muss mit bescheidenen Honoraren auskommen. Die Entscheidung, sich dem Erotikbereich zuzuwenden, ist natürlich reine Neigungssache. Eines muss dabei klar sein: Die Rückkehr in das reguläre Modelsegement gestaltet sich danach äußerst schwierig.

Künstlermodelle dienen als Vorlage für Kunstwerke, meist Gemälde oder Skulpturen. Ihr Anforderungsprofil ist vor allem statisch: Es geht darum, eine vorgegebene Position und den Gesichtsausdruck über eine längere Zeit hinweg unverändert beizubehalten. Die Einkommensmöglichkeiten liegen in der Regel spürbar unterhalb der anderen Sparten.

Auch ein weiterer Aspekt erfreut sich bei Karrierewilligen keiner großen Beliebtheit: Spezialmodels. Geläufig sind Körpermodels, Haarmodels, Handmodels, Fußmodels und eine Reihe weiterer Spartenfächer. Es ist verständlich, dass diese Spezialgebiete zunächst nicht sehr verlockend erscheinen. Wenn es allerdings – aus welchen Gründen auch immer – mit der Laufbahn als klassisches Modell nicht klappen will, können solche Spartenjobs dennoch zu stabilen und befriedigenden Einkommen führen.

Der Weg an die Spitze: warum nicht?

Damit keine Missverständnisse entstehen: Die Tatsache, dass nur wenige in die exklusive Liga der Topmodels vordringen, bedeutet nicht, dass man selbst nicht einmal zu genau diesen wenigen gehören könnte. Mit dem richtigen Aussehen, der entsprechenden Ausstrahlung, dem erforderlichen Können und – nicht zuletzt – mit Ausdauer und unerschütterlichem Fleiß steht jedem der Weg an die Spitze offen. Dass es sich lohnt, ist unbestritten. Das sind die Jahreshonorare der weltbesten Models in US-Dollar:

  1. Kendall Jenner: 22,5 Millionen
  2. Karlie Kloss: 13 Millionen
  3. Chrissy Teigen: 11,5 Millionen, gemeinsam mit
  4. Rosie Huntington-Whiteley: 11,5 Millionen
  5. Gisele Bündchen: 10 Millionen, gemeinsam mit
  6. Cara Delevingne: 10 Millionen
  7. Gigi Hadid: 9,5 Millionen
  8. Bella Hadid: 8,5 Millionen, gemeinsam mit
  9. Joan Smalls: 8.5 Millionen
  10. Doutzen Kroes: 8 Millionen

Keiner von ihnen sind die Millionen in den Schoß gefallen. Bei allen ist das Erreichte das Ergebnis jahrelanger Knochenarbeit, unbedingter Hingabe und Opferbereitschaft, der Entscheidung, sich alles abzuverlangen und – das darf nicht verschwiegen werden – eines Quäntchens Glück.

Vernünftige Zielsetzungen sind ein wesentlicher Faktor

Modell zu sein ist ein Beruf mit Licht– und Schattenseiten. Das Betriebskapital ist der eigene Körper – und der altert. Mit anderen Worten: Anders als in vielen anderen Berufen, in denen die Einkommensmöglichkeiten mit der Zeit anwachsen, sinken sie im Modelberuf über die Jahre hinweg. Zwar gibt es auch Seniorenmodelle, doch die Spitzeneinkommen stammen aus dem Lebensabschnitt, in dem sich der Körper in vollster Blüte befindet.

Auch die begleitenden Anforderungen sind nicht von schlechten Eltern. Models müssen auf Abruf schön, glücklich und bestens gelaunt sein – egal, wie es in Wirklichkeit aussieht. Das erfordert ein erhebliches Maß an Selbstdisziplin, Selbstkontrolle und innerer Stärke. Zudem gibt es strenge Vorschriften, was die Ernährung betrifft. Genussverzicht wird so zum ständigen Lebensinhalt – auch in der Freizeit. Und schließlich muss das Betriebskapital gepflegt werden. Mit anderen Worten: Regelmäßiges Fitnesstraining und sorgfältige Körperpflege gehören zur alltäglichen Routine, solange die Betätigung als Modell andauert.

Wer sich für das Modelling entscheidet, muss das gesamte Leben darauf abstimmen. Das gilt für Topmodels und Vertreterinnen der Mittelklasse gleichermaßen. Models mit Aufstiegsambitionen müssen dem vorherrschenden Schönheitsideal und dem dominierenden Typus entsprechen, um eine stabile Einkommenslage mit regelmäßigen Buchungen zu erreichen.

Dazu kommt die Härte der Branche. Wie in jedem Beruf, der extrem hohe Einkommen verspricht, ist der Andrang enorm. Die Folge ist ein zum Teil gnadenloser Verdrängungswettbewerb. So gut wie jeder oder jede möchte in den Club der Topverdiener aufgenommen werden, aber die Aufnahmebedingungen sind streng. Ein gut entwickeltes Selbstvertrauen, gepaart mit Ausdauer und Durchsetzungsvermögen erhöhen die Aufstiegschancen erheblich.

Welche Einkommen sind erreichbar?

Normale Modeljobs, sowohl auf dem Laufsteg als auch vor der Kamera, sind an sich gut bezahlt. Die Tagesgagen bewegen sich in der Schweiz meist zwischen 800 und 2.300 CHF. In Deutschland kann man pro Tag zwischen 400 und 1200 Euro verdienen. Das Problem ist, genügend viele Jobs pro Monat zu bekommen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können – besonders nach Abzug der Agenturprovisionen.

Um im Mittelfeld auf einen grünen Zweig zu kommen, sind gutes Aussehen und gekonntes Posing nicht genug. Was vor allem gefragt ist, sind Professionalität und Zuverlässigkeit. Selbst das faszinierende Model wird sich auf Dauer nicht etablieren können, wenn es zu Shootings oder zu Modeschauen regelmäßig zu spät kommt oder mit verquollenen Augen auftaucht. Die Auftraggeber buchen lieber das zweitschönste Mädchen, wenn man sich auf sie verlassen kann und sicher sein kann, dass mit ihr keine Probleme auftauchen.

Die Agentur – Schlüssel zum Erfolg

Als Einzelkämpferin hat man als Model in der Szene nur wenig Chancen auf dauerhaften Erfolg. Daher ist es für jede Berufsanfängerin von grundsätzlicher Bedeutung, so früh wie möglich einen Vertrag bei einer seriösen und etablierten Agentur zu ergattern. Sie hilft nicht nur dabei, Jobs zu finden, sondern begleitet das junge Talent auch durch die Anfangsphase der beruflichen Laufbahn und bewahrt sie vor verhängnisvollen Fehlern.

Die Konsequenz: Vor das Einkommen haben die Götter die Investition gesetzt. Als angehendes Modell muss man sich auf Gesamtausgaben im vierstelligen Bereich gefasst machen, manchmal auch im fünfstelligen. Da sind zunächst die professionellen Fotos, die für die Sedcard erforderlich sind. Dann beginnt die Suche nach der Agentur. Mit Telefonieren alleine ist es dabei nicht getan. Die persönliche Vorstellung ist unumgänglich – das bedeutet intensive Reisetätigkeit, oftmals quer durch Europa.

Ist eine Agentur gefunden, folgt der nächste Schock: Die Provision beträgt in der Regel zwischen 20 und 30 Prozent, wobei sich ein Mittelwert bei etwa 25 Prozent eingebürgert hat. Zwar gibt es in Deutschland eine gesetzliche Obergrenze bei 18 Prozent, doch ist das allenfalls ein theoretischer Wert. Wer in eine Agentur aufgenommen werden will, muss sich mit bis zu 30 Prozent abfinden.

Richtig heftig wird es bei international tätigen Agenturen, also jenen, die das Tor zum Status des Topmodels bedeuten. Angesehene Agenturen in Paris und Mailand erheben Provisionen zwischen 50 und 70 Prozent.

Hinzu kommt der steuerliche Aspekt. Models sind selbständig, nicht Angestellte der Agentur. Der Verdienst abzüglich Provision und Betriebskosten ist einkommensteuerpflichtig. Auch das sollte bei der Kalkulation der Lebenshaltungskosten Berücksichtigung finden.

Als Model an die Spitze – geht das überhaupt?

Wie bereits erwähnt – wenn die Bedingungen stimmen, gibt es keinen wirklichen Grund, es nicht bis an die Spitze schaffen zu können. Natürlich gibt es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept – oft spielt der Zufall und schieres Glück eine entscheidende Rolle. Dennoch gibt es einige Faktoren, die auf jeden Fall stimmen müssen, wenn der Weg zum Topmodel offen bleiben soll.

Alle Branchenstars, von Kendall Jenner bis Doutzen Kroes, bringen eine gelungene Kombination aller erforderlichen Qualitäten mit. Sie sind nicht nur schön, nicht nur talentiert, nicht nur fleißig, nicht nur professionell, nicht nur zuverlässig – sie sind das alles zusammen. Mit anderen Worten: Sie sind Profis.

Der Weg zum Topmodel bedeutet die Überwindung eines unüberwindbar scheinenden Widerspruchs: Auf der einen Seite muss das Modell dem vorherrschenden Schönheits– und Typ-Ideal entsprechen. Auf der anderen Seite muss das Mädchen eine unverwechselbare, individuelle Note entwickeln, die es auf der Welt nur einmal gibt.

Dazu gehört eine grundsätzliche Qualität, die ein Topmodel ausmacht: eine Strahlkraft, die über die Kameralinse hinweg verlustfrei beim Betrachter ankommt. In der Branche nennt man diese Qualität etwas hemdsärmelig die Fähigkeit, die Kamera zu f…. Schön sind viele andere Mädchen auch, ob Model oder nicht. Aber die Fähigkeit, aus einem Foto heraus den Betrachter so anzublicken, dass diesem ein Schauer über den Rücken läuft – das genau macht ein Topmodel aus.

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