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Verdient man beim Militär gut?

Wenn wir den Bruttolohn eines Schweizer Militärangehörigen untersuchen und einem Lohnvergleich mit anderen Berufsgruppen unterziehen, dürfen wir nicht allein den Sold betrachten. Dieser ist vergleichsweise gering, leben könnte davon niemand. Das liegt auch an der allgemeinen Wehrpflicht, die historisch und international zu diesen geringen Soldzahlungen führt. Doch die Soldaten im Heer und in der Luftwaffe erhalten zusätzlich zum Sold einen Erwerbsersatz (EO) und Soldzulagen. Die AHV ist natürlich im Bruttolohn enthalten. Zudem werden bei einem Militärdienst über 60 Tage Prämien für die Krankenpflegeversicherung sistiert. Durch diese Zahlungen stehen die Militärangehörigen im Lohnvergleich gut da. Wir haben aufgelistet wie sich der Lohn zusammenstellt und ob sich das "weitermachen" lohnt.

Wenn wir den Bruttolohn eines Schweizer Militärangehörigen untersuchen und einem Lohnvergleich mit anderen Berufsgruppen unterziehen, dürfen wir nicht allein den Sold betrachten. Dieser ist vergleichsweise gering, leben könnte davon niemand. Das liegt auch an der allgemeinen Wehrpflicht, die historisch und international zu diesen geringen Soldzahlungen führt. Doch die Soldaten im Heer und in der Luftwaffe erhalten zusätzlich zum Sold einen Erwerbsersatz (EO) und Soldzulagen. Die AHV ist natürlich im Bruttolohn enthalten. Zudem werden bei einem Militärdienst über 60 Tage Prämien für die Krankenpflegeversicherung sistiert. Durch diese Zahlungen stehen die Militärangehörigen im Lohnvergleich gut da. Wir haben aufgelistet wie sich der Lohn zusammenstellt und ob sich das "weitermachen" lohnt.

Verdient man im Militär gut?

Wie hoch ist der Sold?

Er ist sehr gering und richtet sich nach dem Dienstgrad. Beispiele für den daraus resultierenden Verdienst in der Schweizer Armee sind:

  • Rekrut: 4,- CHF/Tag
  • Gefreiter: 6,- CHF/Tag
  • Adjudantenoffizier: 10,- CHF/Tag
  • Korpskommandant 30,- CHF/Tag

Hinzu kommt die Soldzulage, die beispielsweise für die Dienstgrade Unteroffizier bis Leutnant einheitlich 23,- CHF/Tag beträgt. Bei höheren Dienstgraden steigt sie auf 80,- CHF/Tag, sie entfällt aber ab dem Dienstgrad Hauptmann, weil andere Zahlungen schwerer wiegen.

Hoher Erwerbsersatz

Der Erwerbsersatz ist vergleichsweise hoch. Ihn erhalten neben den Militärangehörigen auch die Dienstleistende im Zivilschutz, beim Roten Kreuz, im Zivildienst und bei kantonalen oder eidgenössischen Leiterkursen (J+S oder Jungschützen). Die Regelungen hierzu trifft die Erwerbsersatzordnung (EO). Sie ist in der Schweizer Verfassung verankert und soll den wegfallenden Bruttolohn in einem Zivilberuf kompensieren. Daher ist die Bemessungsgrundlage das letzte Gehalt vor dem Einrücken. Es wird auf die Tage der Dienstzeit umgerechnet (Kalendertage statt Arbeitstage) und nur an vorab Erwerbstätige oder ihnen gleichgestellte Personen ausgezahlt. Das sind Schweizer Bürgerinnen und Bürger, die

  • mindestens vier Wochen während der letzten 12 Monate vor ihrem Einrücken erwerbstätig waren,
  • Arbeitslose, die glaubhaft belegen können, dass sie ohne das Einrücken eine längere Erwerbstätigkeit begonnen hätten sowie
  • Personen mit kurz vor dem Einrücken beendeter bzw. beinahe beendeter Ausbildung.

Die Bemessung des Erwerbsersatzes erfolgt nach unterschiedlichen Kriterien, die unter anderem vom Dienstgrad bei Militär abhängen. So erhalten die untersten Dienstränge (Absolventen der Rekrutenschule) grundsätzlich 62,- CHF/Tag, wenn sie jedoch Kinder haben, 80 % ihres durchschnittlichen Einkommens vor ihrem Dienst beim Schweizer Militär nach der gleichen Berechnungsmethode wie bei Gradänderungsdiensten. In diesen Gradänderungsdiensten beginnt die Auszahlung bei 111,- CHF/Tag. Es handelt sich um Beförderungsdienste, die nach einer Anwärterschule oder einem Offizierslehrgang angetreten werden. Praktischer Dienst (ebenfalls ein Gradänderungsdienst) gehört auch dazu. Die Berechnung erfolgt für zuvor Erwerbstätige auf der Basis des durchschnittlichen vordienstlichen Einkommens, das zu 80 % ausgezahlt wird. Es gibt dabei aber ein unteres und oberes Limit, die Spanne bewegt sich zwischen 111,- und 196,- CHF/Tag ohne Kind und 160,- bis 245,- CHF/Tag mit Kind(ern). Noch andere Mindestsätze gelten für Durchdienerkader, die während ihrer Grundausbildung den Rekruten gleichgestellt sind und ab ihrem Gradänderungsdienst die obligatorischen 80 % des durchschnittlichen vordienstlichen Einkommens in einem Limit von 91,- bis 196,- CHF/Tag ohne Kind und 136,- bis 245,- CHF/Tag mit Kind(ern) erhalten. Alle übrigen Dienstgrade erhalten 80 % des durchschnittlichen vordienstlichen Einkommens in einem Limit von 62,- bis 196,- CHF/Tag und für jedes Kind eine Kinderzulage von 20 CHF/Tag. dazu. Für die nichterwerbstätigen Dienstleistenden entfällt die Berechnungsgrundlage der 80 %, weil kein Erwerbseinkommen vorlag. Sie erhalten die Entschädigung in einer Spanne von 62,- (mit Kind 98,-) bis 123 CHF/Tag. Es kann zusätzlich eine Betriebszulage für vorab Selbstständige sowie eine Betreuungskostenzulage für die Kinderbetreuung geben. Das Anrecht auf sämtliche Zahlungen besteht auch bei Urlauben zuzüglich der Reisetage (maximal drei).

Auszahlung der Vergütungen

Die Auszahlung leistet das Militär direkt an die Dienstleistenden oder an ihren Arbeitgeber, wenn dieser den Lohn während des Dienstes beim Militär weiter zahlt. Die Auszahlungen sind so beschaffen, dass es weder für die Dienstleistungen noch für die Arbeitgeber besondere finanzielle Vor- oder Nachteile durch die Vergütung geben kann. Eine Betreuungskostenzulage erhalten die Militärangehörigen in jedem Fall direkt.

Krankenkasse, Vorsorge, Lohnabzug

Es gibt den üblichen Lohnabzug für die Zahlungen der Schweizer Armee in die AHV bzw. die Pensionskasse. Darüber hinaus können die Dienstleistungen über die AHV hinaus eine eigene Vorsorge treffen, indem sie beispielsweise in eine private Pensionskasse einzahlen. Für die Beteiligung der Schweizer Armee an dieser Vorsorge gelten die gleichen Bedingungen inklusive Lohnabzug wie im zivilen Bereich. Dasselbe betrifft die Krankenkasse. Sowohl beim Schweizer Militär als auch im Zivilschutz und -dienst, im Rotkreuzdienst und bei den kantonalen/eidgenössischen Leiterkursen (siehe oben) sind die Dienstleistenden natürlich krankenversichert.

Lohnvergleich: Lohnt sich der Dienst beim Schweizer Militär finanziell?

Er lohnt sich durchaus und entspricht im Grunde den Qualifikationen der einzelnen Dienstgrade und den spezifischen Anforderungen beim Militär. Wir nehmen das Beispiel eines Durchdiener-Kaders nach seinem Gradänderungsdienst ohne Kind(er) mit dem Dienstgrad eines Adjudantenoffiziers. Die Entschädigung betrüge insgesamt maximal 206,- CHF/Tag (Besoldung plus Erwerbsersatz). Da Kalendertage gezählt werden, ergeben sich (x 30,4 Monatstage) insgesamt über 6.265,- CHF/Monat, was einem durchschnittlich bezahlten Lehrer oder einem leicht unter dem Durchschnitt liegenden Ingenieur entspricht. Daher gehen wir von einem Verdienst beim Militär in angemessener Relation zur Qualifikation und den beruflichen Anforderungen aus.

Einkommensvergleich mit dem Militär anderer Staaten

In der US-Army liegen die Einkommen leicht unter denen beim Schweizer Militär. Wir gehen derzeit von einem Wechselkurs zwischen dem US-Dollar und dem Schweizer Franken von etwa 1:1 aus (exakt kostet Mitte September 2019 ein US-Dollar 0,99 CHF). Hier eine Auflistung der Einkommen für Angehörige der US-Army:

  • Intelligence Analyst (Qualifikation eines Informatikers): Durchschnitt 45.800 $/Jahr, Spanne zwischen 26.000 – 72.000 Dollar
  • Army Officer: Durchschnitt 78.106 $/Jahr, Spanne zwischen 57.000 – 111.000 Dollar
  • Information Technology Specialist: Durchschnitt 43.427 $/Jahr, Spanne zwischen 25.000 – 75.000 Dollar
  • Army Sergeant, Infantry: Durchschnitt 39.326 $/Jahr, Spanne zwischen 25.000 – 59.000 Dollar
  • Logistics Manager: Durchschnitt 70.156 $/Jahr, Spanne zwischen 45.000 – 108.000 Dollar
  • Diesel Mechanic: Durchschnitt 32.662 $/Jahr, Spanne zwischen 21.000 – 56.000 Dollar
  • Logistics Specialist: Durchschnitt 40.124 $/Jahr, Spanne zwischen 26.000 – 62.000 Dollar

In Deutschland verdienen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr deutlich weniger als ihre Schweizer Kampfgenossen. Wir gehen derzeit (September 2019) von einem Wechselkurs EUR/CHF von 1,10 aus. Alle Angaben in CHF müssen also x 1,10 gerechnet werden. Da die Bundeswehr inzwischen eine reine Berufsarmee ist, werden die relativ geringen Einkommen beklagt. Es gibt zwar in Deutschland noch eine Wehrpflicht, sie wurde aber 2011 ausgesetzt. Nur im Verteidigungs- oder Spannungsfall können noch Deutsche zum Grundwehrdienst eingezogen werden. Dabei hat die Bundeswehr umfassende Aufgaben, ist in Auslandseinsätzen tätig und hilft (wie in anderen Staaten) auch bei Katastrophen. Es gibt beim Bundeswehr-Gehalt auch Zulagen (ebenso wie in der Schweiz und anderen Staaten), daher dient die folgende Tabelle nur als pauschales Beispiel für unverheiratete BundeswehrsoldatInnen ohne Kinder. Die Angaben wie A4 | Stufe 1 sind die Besoldungsgruppe:

  • Hauptgefreiter (A 4 | 1): 2.189,57 CHF/Monat
  • Feldwebel (A 7 | 2): 2.439,86 CHF/Monat
  • Leutnant (A 9 | 2): 2.789,33 CHF/Monat
  • Hauptmann (A 11 | 3): 3.675,26 CHF/Monat
  • Oberstleutnant (A 14 | 4): 5.072,62 CHF/Monat

Zugrunde liegt diesen Einkünften die Besoldungstabelle für deutsche Bundesbeamte. Wie in allen Armeen ist der Dienstgrad ausschlaggebend für die Besoldungsgruppe. Die Stufen der Besoldungsgruppen im deutschen System werden nach Erfahrung und Dienstalter vergeben, in der Gruppe A reichen sie beispielsweise von 1 bis 8. Nach der Ernennung in einen neuen Dienstgrad steigen die deutschen Soldaten immer in die jeweilige Stufe 1 der zugehörigen Besoldungsgruppe ein. Darüber hinaus gibt es Zulagen für Ämter, bestimmte Stellen und Familien. Stellendienstzulagen können Zulagen für fliegendes Personal, Minentaucher oder für SoldatInnen sein, die oft am Wochenende im Dienst sind. Die Amtszulagen gelten unwiderruflich und sind ruhegehaltfähig. Diese Zulage ist aber nicht sehr hoch, bei einem deutschen Gefreiten beträgt sie monatlich nur 37,64 CHF, bei einem Oberstabsfeldwebel 300,91 CHF. Der Familienzuschlag wird nach Familienstand und Kind(ern) im Haus gezahlt. Ein verheirateter Soldat mit einem Kind erhält monatlich einen Familienzuschlag von 258,15 CHF.

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