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Kann man in der Schweiz vom Profi-Fussball-Lohn leben?

Fussballspieler stehen im Rampenlicht, haben unzählige Fans und verdienen Millionen – so zumindest sieht das Image aus, das mit diesem Beruf behaftet ist. Es trifft auch definitiv auf die Kicker zu, die in den größten Ligen der Welt spielen oder bei einem erfolgreichen Verein unter Vertrag stehen. Wer dagegen für einen mittelständischen Verein in einer Liga gegen den Ball tritt, die international nur eine untergeordnete Rolle spielt, der hat dagegen eher überschaubare finanzielle Verhältnisse.

In der Schweiz werden nur wenige reich

Die Spielergewerkschaft FIFPro hat kürzlich beleuchtet, wie viel Geld im Fussball zu verdienen ist. Dafür hat sie zahlreiche Kicker in aller Welt über ihr Gehalt befragt – unter anderem auch Spieler, die in der Schweiz gegen den Ball treten. Insgesamt 143 Profis aus der heimischen Liga standen der Gewerkschaft Rede und Antwort und offenbarten, dass auch im Fussball eine große Lücke zwischen den Top-Verdienern und den Hinterbänklern herrscht. So haben 6,3 Prozent der befragten Spieler angegeben, dass sie weniger als 1.000 Franken im Monat verdienen. Bei 14,7 Prozent der Spieler liegt das Gehalt zwischen 2.000 und 4.000 Franken. Der größte Teil der Befragten, nämlich 31,5 Prozent, bekommen von ihrem Club monatlich zwischen 4.000 und 8.000 Franken überwiesen. Über ein Monatsgehalt von 8.000 bis 15.000 Franken dürfen sich 28 Prozent der befragten Spieler aus der Schweizer Super League freuen. Der elitäre Kreis der Spitzenverdiener, die mehr als 100.000 Franken pro Monat durchs Fussballspielen verdienen, umfasst laut der FIFPro-Untersuchung nur 0,7 Prozent der Kicker.

Attraktiv für Wettmanipulationen

Die verhältnismäßig geringen Löhne, die die Spieler von kleineren Clubs erhalten, machen sie interessant für zwielichtige Geschäfte. So wurden fünf Prozent der in der Schweiz aktiven Spieler, die von der internationalen Gewerkschaft befragt wurden, angeboten, für das Manipulieren eines Matches Geld erhalten zu können. Möglicherweise ist die Dunkelziffer noch höher, und es bleibt zu hoffen, dass die Spieler der Versuchung widerstehen konnten, ihre mageren Gehälter mit illegalen Aktivitäten aufzubessern.

Besseres Gehalt in Deutschland

Es ist kein Wunder, dass die Schweizer Super League von vielen Spielern als Durchgangsstation betrachtet wird. Zahlreiche Kicker gehen etwa nach Deutschland, nachdem sie in der Schweiz ihre Klasse bewiesen haben. In der deutschen Bundesliga müssen sie sich nicht mit einer Sprachbarriere herumschlagen und erfreuen sie einer größeren Aufmerksamkeit als in der Schweiz. Zudem können sie viel mehr Geld verdienen. Das durchschnittliche Gehalt eines Bundesliga-Profis liegt nämlich bei 1,52 Millionen Franken. Die Chancen stehen also nicht schlecht, binnen einen Jahres in der deutschen Elite-Liga zum Millionär zu werden. Und selbst wenn es nicht nach zwölf Monaten klappt: Besser als in der Schweiz sind die Gehälter der deutschen Fussballprofis allemal.

Große Diskrepanz zwischen den Clubs

Nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ist der FC Bayern München das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Im Schnitt zahlt der deutsche Rekordmeister seinen Spielern ein Jahresgehalt von knapp 7,6 Millionen Franken. Dahinter folgen Borussia Dortmund mit 3,8 Millionen Franken und Bayer Leverkusen mit 2,65 Millionen Franken. Dass auch in der Bundesliga eine Zwei-Klassen-Gesellschaft herrscht, zeigt ein Blick ans untere Ende der Tabelle. Dort steht der SC Freiburg, der seinen Spielern im Durchschnitt immerhin 530.000 Franken pro Jahr auszahlt. Im Vergleich zu den Kollegen beim FC Bayern verdienen Freiburger Profis allerdings gerade einmal ein Sechzehntel. Damit ist die Bundesliga im weltweiten Vergleich die Liga, in der der Unterschied zwischen dem am besten und dem am schlechtesten bezahlenden Verein am größten ist.

Die Spitzenverdiener der Bayern ...

Der Topverdiener der Münchner und der gesamten Liga ist der Brasilianer Philippe Coutinho. Den haben die Bayern gerade erst vom FC Barcelona ausgeliehen und sich in diesem Zuge verpflichtet, sein Gehalt zu übernehmen. Dieses beträgt laut Medienberichten 14,1 Millionen Franken netto pro Jahr. Damit überflügelt Coutinho den bisherigen Spitzenverdiener seines neuen Clubs, den polnischen Torjäger Robert Lewandowski, in dessen Vertrag zwar mit 16,3 Millionen Franken die größere Zahl als bei Coutinho steht. Allerdings beziffert sie Lewandowskis Brutto-Gehalt, von dem noch der deutsche Spitzensteuersatz von 42 Prozent abgeht. In einer ähnlichen Lohnklasse dürfte auch Manuel Neuer, die Nummer 1 bei den Bayern und beim DFB, sowie sein Kollege Thomas Müller liegen.

... und vom Rest der Liga

Der am besten verdienende Profi der Bundesliga außerhalb Münchens ist Marco Reus. Der offensive Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund, der auch beim DFB eine immer wichtigere Rolle einnimmt, kassiert 13 Millionen Franken im Jahr. Mit Mats Hummels und Mario Götze, die jeweils knapp 10,8 Millionen Franken verdienen, haben die Dortmunder zwei weitere Profis im zweistelligen Millionenbereich. Die anderen 16 Vereine der Bundesliga können mit diesen Zahlen bei weitem nicht mithalten. Als „Best of the Rest“ gilt der Österreicher Marcel Sabitzer, der von seinem Arbeitgeber RB Leipzig mit sechs Millionen Franken im Jahr entlohnt wird. In einer ähnlichen Sphäre bewegt sich Karim Bellarabi, dem Bayer Leverkusen jährlich 5,75 Millionen Franken zahlt. All diese Werte sind selbstverständlich mit Vorsicht zu genießen, da kein Verein die Gehälter seiner Angestellten öffentlich macht. Stattdessen handelt es sich bei den angegebenen Löhnen um Schätzungen aus dem Umfeld der Clubs. Zudem bessern sich viele Spieler ihre Bezüge mit Sponsoring und Werbeverträgen zusätzlich auf.

Bestes Geld in England

Selbst angesichts der erwähnten Zahlen ist die Bundesliga längst nicht das Maß aller Dinge. Denn in der Liste der Fussballligen mit dem höchsten Durchschnittsgehalt liegt sie nur auf dem vierten Rang. Ganz oben befindet sich die englische Premier League, in der die Fussballer im Schnitt 3,2 Millionen Franken pro Jahr von ihren Vereinen erhalten. Dahinter liegen die spanische Primera División mit 2,51 Millionen Franken und die italienische Serie A mit 1,6 Millionen Franken, bis schließlich die deutsche Bundesliga mit ihren 1,52 Millionen Franken in der Liste auftaucht. Die Top 5 vervollständigt die französische Ligue 1, deren Clubs ihren Spielern im Durchschnitt 1,14 Millionen Franken pro Jahr auf die Konten überweisen.

Messi vor Ronaldo und Neymar

Der am besten verdienende Fussballer der Welt ist derzeit Lionel Messi. Durch das Gehalt, das ihm sein Club FC Barcelona auszahlt, sowie zusätzliche Einnahmen aus Sponsoring und Werbung verdient der Argentinier im Jahr 137 Millionen Franken. Und Messi ist das Geld sicherlich auch wert: Vier Mal hat Barcelona dank ihm schon die Champions League gewonnen, dazu kommen zehn spanische Meisterschaften und sechs Pokalsiege. Zudem hat der Weltverband FIFA den Argentinier bislang fünf Mal zum weltbesten Fussballer des Jahres gekürt. Hinter Messi befindet sich Cristiano Ronaldo auf dem zweiten Platz der am besten bezahlten Kicker der Welt. Der Portugiese erhält von seinem Club Juventus Turin und aus diversen anderen Quellen etwa 102 Millionen Franken pro Jahr. Wie Messi wurde auch Ronaldo von der FIFA schon fünf Mal zum Weltfussballer des Jahres gewählt, zudem hat der Portugiese schon fünf Mal die Champions League gewonnen. Und er hat Messi noch einen anderen Triumph voraus: Im Jahr 2016 gewann er mit seiner Nationalmannschaft die Europameisterschaft, wohingegen Messi noch immer auf einen Titel mit dem brasilianischen Nationalteam wartet. Die Top 5 der am besten bezahlten Kicker der Welt vervollständigen der Brasilianer Neymar von Paris Saint-Germain (88,7 Millionen Franken im Jahr), der Waliser Gareth Bale von Real Madrid (47,85 Millionen) und der Spanier Gerard Piqué (31,5 Millionen).

Warten aufs Gehalt

Zum Schluss lohnt es sich, einen weiteren Blick auf die Untersuchung der FIFPro zu werfen. Diese fördert nämlich einige weitere interessante Fakten zutage. So wurden 22 Prozent der weltweit befragten Spieler bereits vom Training mit der Profimannschaft ausgeschlossen, damit sie sich einen neuen Verein suchen. Wer denkt, dass dies die Methode in einem Fussball-Entwicklungsland ist, der täuscht sich allerdings. Sogar in der Schweiz ist zumindest ein Fall dokumentiert, in dem ein Spieler nicht mehr mit seinem Team trainieren durfte. Zudem liegt bei 45 Prozent der befragten Spieler das monatliche Gehalt bei weniger als 1.000 Franken. Insgesamt 41 Prozent der Kicker mussten außerdem bereits länger als vereinbart auf ihr Gehalt warten.

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