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Wie viel verdient Donald Trump?

Die Frage zielt zunächst auf das Einkommen von Donald Trump als US-Präsident ab, das aber längst nicht seine einzige Einnahmequelle ist. Immerhin bringt ihm der stresserfüllte Job als mächtigstes Staatsoberhaupt der Welt jährlich ein Bruttogehalt von 395.000 US-Dollar ein (Mitte August 2019 nach dem gegenwärtigen Umrechnungskurs rund 356.000 Euro). Das ist nur wenig mehr, als die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel verdient, nämlich rund 300.000 Euro jährlich (Quelle: Merkur.de). Das Gesamtvermögen von Trump schätzt das VermögenMagazin auf nach einer Forbes-Publikation auf 3,13 Milliarden Dollar (rund 2,82 Milliarden Euro).

Wie sind diese Zahlen zu bewerten?

Beide Zahlen – das Einkommen und das Vermögen von des Präsidenten Trump – werden in den USA und international gern diskutiert. Er selbst weigert sich, seine Einkünfte offenzulegen. Über sein Vermögen macht er unklare Angaben, die teilweise an Prahlerei grenzen und wohl sein Image als erfolgreicher „Dealmaker“ unterstreichen sollen. Umfassendere Angaben zu seinen Gesamteinnahmen hat der Stern recherchiert. Die Summe von 395.000 Dollar Bruttogehalt bestätigt der Stern-Beitrag, hinzu kommen 50.000 Dollar für verschiedene persönliche Aufwendungen, ausserdem 100.000 Dollar als nicht steuerpflichtige Reisemittel sowie 19.000 Dollar für den Unterhalt. Solche zusätzlichen Bezüge erhalten Berufspolitiker grundsätzlich (auch die Bundeskanzlerin und Bundestags- oder Landtagsabgeordnete), sie werden wegen der anderen steuerlichen Behandlung separat ausgewiesen. Die Einkommensteuer von Trump kennt niemand, weil er sich standhaft weigert, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Dazu ist er auch nicht verpflichtet, es wäre nur ein moralisch grosszügiger Akt gegenüber der Öffentlichkeit. Das Nettoeinkommen ist daher unglaublich schwer zu schätzen, denn Donald Trumps Einkünfte stammen aus ganz verschiedenen Quellen, die auf verschiedene Weise besteuert werden – Unternehmenseinnahmen beispielsweise auch mit der Mehrwert- und Körperschaftssteuer, das Gehalt als Präsident hingegen nur mit der Einkommensteuer. Die zusätzlichen Gelder (persönliche Aufwendungen, Reisezuschuss, Unterhalt) sind üblicherweise steuerfrei. Der Spitzensteuersatz bei der Einkommensteuer liegt in den USA mit 39,6 % etwas unter dem deutschen (42 %), er entfällt in USA auf Einkünfte ab 444.000 Dollar pro Jahr (Deutschland: 55.961 Euro). Darunter wird progressiv besteuert. Die sehr unterschiedlichen Zahlen (USA und Deutschland) basieren auf den gänzlich unterschiedlichen Steuersystemen in beiden Staaten und sind auch nur eine ungefähre Pauschalbetrachtung. So kennt das US-System nicht die Freibeträge für niedrige Einkommen (wie in Deutschland), gestattet aber höhere Abzüge für berufliche und sonstige Aufwendungen. Kurz und knapp: Donald Trumps Nettoeinkommen könnte höchstens ein US-Finanzbeamter ausrechnen, wahrscheinlich kennt es der Präsident selbst nicht genau. Das ist auch kein Problem, einem mittelständischen Unternehmer (egal aus welchem Land) geht es meistens genauso. Die Steuersysteme sind einfach zu komplex. Bei Trump kommt hinzu: Sein Gehalt als Präsident dürfte für ihn als schwerreichen Immobilienmogul wahrscheinlich in den Bereich der Peanuts fallen. Durch seine vielen Unternehmen hat er 2018 wahrscheinlich mindestens 434 Millionen Dollar verdient, wie der Stern berichtet. Die Journalisten stellen diesem Einkommen das seiner armen Frau Melania gegenüber, die im gesamten Jahr höchstens 1.200 US-Dollar verdient hat und damit Einnahmen deutlich unter dem Sozialhilfeniveau eines entwickelten Staates erzielte.

Woher stammen diese Zahlen?

Von der US-Ethikbehörde. Sie hat Mitte 2019 einen Bericht veröffentlicht, der auf den eigenen Angaben von Trump über seine Einnahmen basiert. Zum Verständnis: Der US-Präsident verweigert zwar die Veröffentlichung seiner exakten Steuererklärung, die sein Einkommen wirklich belegen würde, aber nicht die Angabe seiner Einkünfte (ohne exakte Auflistung von Aufwendungen und Steuern + Sozialabgaben). Zu dieser Angabe ist er wie alle Bundesbeamten gegenüber der US-Ethikbehörde verpflichtet, die mögliche Interessenkonflikte von Bundesbeamten und -angestellten überwacht. Die Ethikbehörde wiederum ist gesetzlich verpflichtet, solche Angaben von wichtigen Beamten zu veröffentlichen, wie dieses Dokument zeigt. Der Bericht ist insgesamt 88 Seiten stark und listet als Einkommen des US-Präsidenten für 2018 rund (oder „mindestens“) 434 Millionen Dollar auf, was gegenüber 2017 ein kleines Minus von 16 Millionen Dollar darstellt. Diese Summe ist nicht exakt: An manchen Stellen verlangt das Formular keine genauen Zahlen, sondern lediglich die Angabe eines Einkommensbereiches. Quellen für Donald Trumps Einkünfte im Jahr 2018 waren unter anderem (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!):

  • Florida, Mar-a-Lago: Hier unterhält der US-Präsident eine Resort, das im Gesamtjahr 2018 fast 23 Millionen Dollar umsetzte. 2017 waren es noch drei Millionen Dollar mehr gewesen.
  • Florida, Trump National Doral: Hierbei handelt es sich um einen von mehreren Golfklubs des Präsidenten, allerdings um denjenigen, der mit Einnahmen von 76 Millionen Dollar als seine grösste singuläre Einnahmequelle gilt.
  • Washington, Trump International Hotel: Dieses Trump-Anwesen unweit des Weißen Hauses nahm in den letzten Jahren fast konstant 41 Millionen Dollar ein. Seine Präsidentschaft kommt Trump hierbei zugute, denn seit er im höchsten Staatsamt beschäftigt ist, hat sich das Hotel zu einem Hotspot entwickelt. Ausländische Beamte, Lobbyisten und politische Insider übernachten hier, weil der Weg zum Weissen Haus wirklich kurz ist (im Prinzip fussläufig).
  • Virginia, Trump National Golf-Club: Dieser Klub ist wirklich exklusiv, Trump golft hier selbst sehr gern am Wochenende. Er verdient dort auch kräftig Geld, 2018 waren es 13,3 Millionen Dollar und damit sogar etwas mehr als 2017.
  • LCC, Trump Restaurants: Als Restaurantunternehmer verdiente Trump im Jahr 2018 rund 4,3 Millionen Dollar, auch hierbei konnte er sich gegenüber 2017 leicht steigern.
  • Grundstückshandel: Als Immobilien- und Grundstückshändler ist der US-Präsident nach wie vor aktiv, auch wenn er sich in das Tagesgeschäft nicht mehr einmischt. Als Inhaber seiner Unternehmen fließen ihm aber Gewinne zu. So verkaufte allein im Januar 2018 sein Unternehmen in der Dominikanischen Republik Land für 3,2 Millionen Dollar.
  • Bücher: Trump ist Buchautor, und zwar einer derjenigen Sorte, die anderen Menschen wohlfeile Ratschläge zu Reichtum und Erfolg erteilen. Immerhin glaubt ihm das sein Publikum, er hat es schliesslich vorgelebt. Das befördert den Verkauf nicht aller, aber einiger seiner zahlreichen Bücher. Wir kennen seinen Schreibstil nicht, teilweise kommt er wohl nicht so recht an: Manche seiner Bücher wurden Ladenhüter und generierten kein Einkommen. Andere allerdings fanden durchaus eine größere Leser- und Käuferschar. Sein bekanntestes Buch heisst „The Art Of-The Deal“, es soll Einnahmen im sechs- bis siebenstelligen Bereich erzielt haben. Diese fallen in eine der Kategorien, für welche die US-Ethikbehörde keine genauen Auskünfte verlangt. Trump konnte daher eine Spanne von 100.001 bis eine Million Dollar nennen. Vielleicht liegt die Wahrheit eher am unteren Rand, aber immerhin.
  • Rente: Trotz Präsidentschaft lässt sich Trump früher erwirtschaftete Ruhegelder auszahlen. Als Entertainer zahlte er in die Rentenkasse der Screen Actors Guild (einer Schauspielergewerkschaft) ein, die ihm nun jährlich 90.776 Dollar auszahlt. Von der Gewerkschaft der amerikanischen Fernseh- und Radiokünstler kamen 8.724 Dollar.

Wie jede bessere Steuererklärung behandelt das Dokument der US-Ethikkommission auch das Einkommen des Ehepartners, mithin das der armen Melania. Sie war immerhin lange Zeit Fotomodel und kassiert dafür auch nach ihrer aktiven Karriere noch Tantiemen. Im Jahr 2017 hatten diese noch eine sechsstellige Summe erreicht, sie kamen von Getty Images (einer Bildagentur). 2018 waren es aber höchsten 200 Dollar. Es ist eine ungefähre Summe ebenso wie die Summen aus fünf weiteren Einkommensarten (jeweils „keine Einnahmen bzw. höchstens 200 Dollar“). Melania kann daher nicht mehr als 1.200 Dollar verdient haben, vielleicht war es auch noch viel weniger. Um nun das Gesamtbild abzurunden, wollen wir nicht vergessen, dass es bei all den aufgeführten Summen um Einnahmen oder auch Bruttogewinne geht, aber Steuern oder Sozialabgaben ausdrücklich nicht erwähnt werden. Bei einigen Einkunftsarten dürften auch die Kosten des betreffenden Geschäfts im Unklaren bleiben. Nehmen wir zum Beispiel an, Trump hätte ein Buch auf eigene Rechnung verlegt und promotet (ein heutzutage üblicher Vorgang), es hätte aber keine Einnahmen bzw. keinen Gewinn erzielt: Dann wären diese Kosten von seinen Autorenhonoraren abzuziehen, doch vielleicht bringt sie der unternehmerisch handelnde Autor gar nicht zum Ansatz. Das Finanzamt vermutet gerade in diesem Bereich dann gern Liebhaberei, es lohnt sich also nicht, die Kosten steuermindernd absetzen zu wollen. Wir konstatieren: Was der gegenwärtige US-Präsident netto verdient, weiß niemand genau.

Wie hoch ist denn nun das Vermögen von Donald Trump?

Während über das Gehalt von Trump und auch über seine unternehmerischen Einkünfte praktisch nicht diskutiert wird, weil beide Einkommensarten gesellschaftlich akzeptiert sind, schlagen Spekulationen um das Trump-Vermögen stets hohe Wellen, woran der Unternehmer-Präsident selbst schuld ist – er befeuert sie kräftig. Das liegt an seiner grenzenlosen Eitelkeit, die ihm die ganze Welt ankreidet, die unglaublich polarisiert und die er in seinem unternehmerischen und präsidialen Handeln auch kultiviert. Im Rahmen seiner Präsidentschaft twittert er täglich, was die Medien begierig aufgreifen und ihm damit schmeicheln, im Rahmen seiner unternehmerischen Tätigkeit adelt er gern Hochhäuser mit seinem Namen („Trump Tower“, „Trump World Tower“, „Trump Building“, alle in New York). Es gibt über Amerika verteilt und auch an anderen Orten der Welt etliche Trump-Bauten, der zweite Schwerpunkt außerhalb der USA ist Kanada. Für seinen Namen, den er und seine Vorfahren sich als Immobilien-Tycoons erwarben, vergibt Trump Lizenzen, die ihm jährlich fast 10 Millionen Dollar einbringen sollen. Es ist wichtig, diese Seite des Trump-Imperiums und -Vermögens zu betrachten, weil unsere Wahrnehmung von ihm fast ausschließlich aus seiner Präsidentschaft herrührt – doch er hatte ein sehr aktives Leben davor und setzt es teilweise noch fort. So ist er unter anderem immer noch Miteigentümer der „Miss-Universe-Organisation“ (daher der Bezug zum ehemaligen Model Melania Trump) und hat seine Finger in etlichen weiteren Geschäften, von denen die Welt vermutlich oft gar nicht viel weiß. In seinem Leben war er auch schon hoch verschuldet, vermutlich steht auch dem gegenwärtigen Trump-Vermögen ein gewisser Schuldenstand entgegen, denn gerade Immobiliengeschäfte werden vielfach auf Kredit finanziert. Die Deutsche Bank etwa ist ein sehr großer (wenn nicht der größte) Trump-Geldgeber. Kolportiert wird eine Geschichte aus den 1980er Jahren, als Trump gerade wenig bis keine liquiden Mittel, aber eine Million Dollar Schulden hatte. Zu dieser Zeit soll er mit einem Freund eine Straße in New York entlang gegangen sein, auf einen Obdachlosen gezeigt und zu seinem Freund gesagt haben: „Schau nur: Der Typ hat eine Million Dollar mehr als ich!“ (nämlich keine Schulden, wenn auch keine liquiden Mittel). Inzwischen ist Trump aber wieder vollkommen solide aufgestellt und bezeichnet sich vermögenstechnisch als Milliardär, was stimmen dürfte. Auf diesem Status beharrt er auch strikt: Vor wenigen Jahren (kurz nach Beginn der Trump-Präsidentschaft) behauptete ein Journalist, Trump sei höchstens Millionär, aber kein Milliardär. Trump strebte gegen den Schreiberling daraufhin eine Diffamierungsklage an. Auf seinen Milliardärsstatus ist er sehr stolz, zuletzt bezifferte er sein Gesamtvermögen auf über 10 Milliarden Dollar. Das dürfte nicht ganz stimmen, allerdings rechnet Trump ein wichtiges immaterielles Gut zu seinen Vermögenswerten hinzu: die Marke „Donald Trump“. Deren Wert beziffert er allein auf drei Milliarden Dollar. Das Wirtschaftsmagazin Forbes, das Listen der Reichen und Superreichen publiziert, schätzte das Trump-Vermögen allerdings im Jahr 2018 auf rund 3,13 Milliarden Dollar (rund 2,82 Milliarden Euro).

Woher kommt das Trump-Vermögen?

Der deutsche Trump-Großvater Friedrich Drumpf (1869 – 1918, Name zu Trump geändert) legte nach seiner US-Einwanderung im Jahr 1885 den Grundstein für das Trump-Familienvermögen. Sein Geschäft war die Gastronomie, in der auch sein Enkel noch tätig ist. Trumps Vater Fred (1905 – 1999) mehrte diesen Wohlstand auch im Immobiliensektor, Donald setzte die Geschichte vor allem mit Immobiliengeschäften im boomenden New York fort. Wichtig zu wissen: Er war dabei durchaus erfolgreich. Trump ist – egal, was jemand über ihn denkt – ein Gewinner.

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