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Vorsorge im Alter: Was sollte man beachten?

Die Rentenvorsorge beginnt praktisch sofort mit dem Eintritt in den Beruf – oder zumindest sollte es so sein. Junge Menschen, aber auch ältere Personen fragen sich jedoch, wie das Einkommen im hohen Alter am besten aufgebessert werden kann. Dieser Artikel zeigt Ihnen, ob es sinnvoller ist, in die 2. oder 3. Säule einzuzahlen – und ob sich eine Aussage dieser Art überhaupt verallgemeinern lässt.

wann sie welche Vorsorge wählen sollten

Die Zahlen

Schauen wir uns zuerst an, was der Schweizer durchschnittlich jedes Jahr mit seinem Lohn macht: Pro Jahr handelt es sich hier um Investitionen in Höhe von etwa vier Milliarden Franken, die freiwillig in der Pensionskasse der Arbeitnehmer handeln. Eine noch grössere Summe, sechs Milliarden Franken, befindet sich am Ende des Jahres in der Säule 3a. Für Sie bedeutet das jetzt jedoch nicht, dass Sie einfach blind der Masse folgen und Ihr Geld in Säule 3a investieren sollten – denn wie so häufig in der Finanz- und Vorsorgewelt kommt es auf zahlreiche persönliche Faktoren an.

  • Hierfür gibt es eine schöne Faustregel: Jüngere Personen sollten ihr Gehalt lieber in die Säule 3a investieren. Erreichen Sie ein Alter von 50 bis 55 Jahren, ist hingegen die klassische Kasse für die Pensionierung vorzuziehen.

Allerdings hilft es nicht viel, eine Faustregel einfach zu kennen. Wirklich verlässlich wird sie erst, wenn Sie verstehen, warum es diese Regel gibt – und das hat in diesem Fall etwas mit Steuern bzw. Steuerersparnissen und Zinseffekten zu tun.

Säulen und Steuerersparnisse

Generell gilt immer: Eine regelmässige Einzahlung verhindert, dass Sie nach der Pensionierung finanzielle Engpässe erleiden könnten. Wohin das Geld wandert, ist dabei erst einmal nebensächlich. Sowohl in der 2. als auch 3. Säule werden diese Einzahlungen dazu beitragen, dass Sie später mehr Geld zur Verfügung haben. Gleichzeitig binden Sie jedoch Ihr Kapital. Das heisst, dass jeder einzelne Franken, den Sie in die Vorsorge investieren, für Sie nicht mehr verfügbar ist. An das Geld kommen Sie dann erst sehr viel später nach Eintritt in die Pension. Ausnahmen davon existieren jedoch auch: Möchten Sie sich Wohneigentum zulegen – ob es sich um eine komplette Immobilie handelt oder „nur“ um eine Eigentumswohnung, ist dabei unerheblich –, können Sie auch schon vorher auf Ihr Geld in der Pensionskasse zugreifen.

Unmittelbar jetzt attraktiv für alle Einzahler sind jedoch Steuerersparnisse. Ihre Investition in eine der Säulen können Sie von Ihrem steuerbaren Einkommen anschliessend wieder abziehen. Entscheiden Sie sich beispielsweise für eine Einzahlung in Höhe von 5‘000 Franken und liegt der Grenzsteuersatz bei 20 %, sinkt die Steuerlast für dieses Jahr um 1‘000 Franken (5‘000 * 0,2 = 1‘000). Erträge, die Sie aus der Anlage von Kapital in der zweiten oder dritten Säule generieren, bleiben ebenfalls steuerfrei, sodass Sie praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dennoch gibt es Unterschiede innerhalb der beiden Säulen, weshalb Sie nicht einfach blind „irgendwo“ einzahlen sollten. Gerade jüngere Menschen fahren mit Säule 3a in der Regel besser.

Geld einzahlen? Warum nicht später!

Kommen wir zu den Unterschieden der beiden Säulen: In 3a erhalten Sie die Einkaufsmöglichkeit jeweils für nur ein einziges Jahr. Zahlen Sie also beispielsweise 2018 Geld in diese Säule ein, aber 2019 investieren Sie gar nichts, können Sie dieses „verpasste“ Jahr auch nicht mehr nachholen. Davon ist die Kasse für die Pensionierung nicht betroffen, hier dürfen Sie alle Einzahlungen flexibel so verteilen, wie Sie es möchten.

Investieren Sie also etwa zwischen Ihrem 20. und 40. Lebensjahr regelmässig in die dritte Säule, haben Sie ab Ihrem 50. Lebensjahr (oder auch noch etwas später) immer noch die Möglichkeit, die Vorteile der Pensionierungskasse zu nutzen und damit Ihr Vermögen zusätzlich aufzubessern. Das ist auch insofern sinnvoll, als dass mit einem steigenden Alter im Durchschnitt auch der Lohn steigt. Warten Sie also mit der Investition in die 2. Säule, werden Sie über die Jahre gerechnet einen grösseren Vorteil im Hinblick auf die Steuerlast erzielen.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch der Nachwuchs: Sobald Ihre Kinder die Volljährigkeit erreichen, entfällt der Abzug für jene Kinder in Ihrer Steuerdeklaration. Abhängig von Ihrem Wohnort (jeder Kanton berechnet diese Last ein wenig anders) sparen Sie dadurch 5‘000 bis 10‘000 Franken für jedes einzelne Kind. Der Einkauf in die Pensionskasse macht es möglich, dass Sie diese nicht unerheblichen Einbussen über die Jahre teilweise oder komplett kompensieren können.

Die Planung führt zum Erfolg

Unabhängig davon, wie Sie sich am Ende entscheiden, ist eine regelmässige Einzahlung immer vorzuziehen. Das liegt vor allem daran, dass Sie dadurch die Steuerprogression am besten brechen können. Grosse Investitionen in einem Jahr und verschwindend geringe Kapitalanlagen im nächsten Jahr sind dafür nicht optimal. Machen Sie es richtig, stocken Sie damit nicht nur das Polster für das hohe Alter auf, sondern können in jungen Jahren noch viele Tausende Franken an Steuerlast einsparen. Dies selbst zu berechnen, ist allerdings nicht ganz einfach. Wir empfehlen, im Bedarfsfall einen Experten zu Rate zu ziehen, der optimale Investitionsstrategien für Sie ausarbeitet.

Rechenbeispiele für Säule 3a

Der Reduktion der Steuerlast wird oft nachgesagt, dass sie vor allem für ohnehin wohlhabende Personen einen grösseren Vorteil bringt. Dies stimmt allerdings gerade bei der Einzahlung in die Kasse für die Pension nicht pauschal. Steuervergünstigungen, die durch Anlagen in Säule 3a Realität werden, helfen auch Haushalten mit einem niedrigen Einkommen.



Um diese Aussage zu verdeutlichen, sind einige Rechenbeispiele leider unabdingbar. Trocken? Ja, vielleicht, aber bleiben Sie am besten trotzdem am Ball. Es lohnt sich!



Sehen wir uns für das Beispiel zwei Familien an. Sie leben beide direkt in Bern im gleichnamigen Kanton und setzen sich aus zwei erwachsenen Personen und zwei Kindern zusammen.

  • Familie A besitzt ein jährliches Einkommen von 70‘000 Franken. Ihre Steuerlast beträgt demnäch 2‘965 Franken. Die Familie entschliesst sich dazu, 6‘000 Franken in Säule 3a zu investieren. Nach dieser Investition sinkt die Steuerlast aufgrund des Grenzbetrags auf 1‘957 Franken. Der Taschenrechner zeigt uns jetzt, dass diese Familie ihre Steuerlast um 34 % reduziert hat.
  • Familie B verdient zusammengerechnet jährlich 100‘000 Franken. Die Steuerlast erhöht sich dadurch auf 7‘770 Franken und erreicht damit mehr als das Doppelte als bei Familie A, obwohl das Einkommen nicht im selben Umfang zugenommen hat. Durch eine Einzahlung von ebenfalls 6‘000 Franken in Säule 3a reduziert sich die Steuerlast hier nur auf 6‘721 Franken und somit um 14 %.




Prozentual gesehen lohnt es sich für die ärmere Familie in diesem Beispiel also deutlich eher, in Säule 3a zu investieren. Allerdings handelt es sich hier nur um ein theoretisches Rechenbeispiel. Denn: Um 6‘000 Franken einzahlen zu können, muss diese Summe auch zur freien Verfügung stehen (bindend bis zur Pensionierung). Gerade Familien mit einem kleinen Einkommen können sich dies aber nicht immer leisten.


Es lohnt sich praktisch immer

Aber: Ganz so unfair ist Säule 3a dann doch nicht. Es stimmt, dass geringere Einkommensklassen weniger Geld für die Vorsorge beiseitelegen können. Durch die erhöhte Reduktion der Steuerlast gleich sich dies jedoch wieder aus. Am Ende führt dies dazu, dass Sie mit einem Einkommen zwischen 60‘000 und 130‘000 Franken praktisch immer gleich viel Geld sparen. Nur bei einem geringen Einkommen sowie bei einem sehr hohen Einkommen nimmt der Steuervorteil wieder ab. Schuld daran ist die Obergrenze bei Einzahlungen in die Kasse für Ihre Pension: Angestellt dürfen nicht mehr als 6'739 Franken pro Jahr einzahlen. Die Beispiele zeigen aber, dass sich eine Investition in Säule 3a praktisch immer lohnt – auch bei eher geringen Einkommen.

Aber wann fange ich an?

Wir hatten bereits geklärt, dass Einzahlungen in die 3. Säule früher und in die 2. Säule am besten erst ab 50 Jahren aufwärts beginnen sollten. Noch vor wenigen Jahren hat es gereicht, ab etwa 40 Jahren in die dritte Säule einzuzahlen. Heute jedoch hat sich das Blatt in Zeiten schlechter Zinsen gewendet: Ab 25 oder 30 Jahren kann es sich schon lohnen, Geld für das Alter und die Rentenvorsorge anzusparen. Bedenken Sie: Wahrscheinlich wird genau diese Generation länger arbeiten müssen als bis zum 65. Lebensjahr. Zusammen mit stagnierenden Renten in der Kasse bedeutet dies, dass der Vermögungsaufbau gar nicht früh genug beginnen kann.



Um zu verdeutlichen, warum sich eine frühe Investition lohnt, müssen wir noch einmal auf ein Rechenbeispiel zurückgreifen. Dafür nehmen wir eine Person, die insgesamt 100‘000 Franken in die dritte Säule einzahlen möchte:

  • Person A beginnt im 45. Lebensjahr damit, jedes Jahr 5‘000 Franken einzuzahlen. Bei einer Rendite von 2 % wird diese Person mit Erreichen des 65 Lebensjahres insgesamt 124‘000 Franken zur Verfügung haben (100‘000 + 2 % Zinsen pro Jahr auf das bestehende Vermögen).
  • Person B zahlt ebenfalls 100‘000 Franken ein, allerdings beginnt sie mit 25 Jahren und kann dadurch die jährliche Einzahlung auf 2‘500 Franken halbieren. Einerseits setzt dies im Hier und Jetzt mehr Kapital frei, das zur freien Verfügung steht. Andererseits steigt dadurch auch das Vermögen auf insgesamt 154‘000 Franken, da Zinseffekte 20 Jahre mehr Zeit haben, um zu wirken.

Am Ende haben also beide Personen eine identische Summe angelegt. Person B hat mit Erreichen des 65. Lebensjahres jedoch 30‘000 Franken mehr zur Verfügung, ohne dafür Nachteile erfahren zu haben.

Verwendung von Steuern zum Vermögensanstieg

Sehen wir uns noch einmal Person B aus dem vorherigen Kapitel an: Verdient diese Person viel Geld und hat beispielsweise ein Jahreseinkommen von 80‘000 Franken, lässt sich die Steuerlast durch die Einzahlung der 2‘500 Franken in Säule 3a um 575 Franken pro Jahr reduzieren. Rechnen wir diese Ersparnis auf die 154‘000 Franken, stehen am Ende sogar 177‘000 Franken zur Verfügung. Wir erinnern uns: Über die Jahre hat diese Person nur 100‘000 Franken eingezahlt. Am Ende wurde dieses Vermögen also um 77 % gesteigert, ohne dass der Person dadurch irgendwelche Nachteile entstanden sind.

Fazit

Grob gesagt fahren junge Menschen besser, wenn sie sich für die dritte Säule entscheiden. Rechenbeispiele, die diese Aussage untermauern, haben wir Ihnen gezeigt. Wichtig ist dabei aber, diese Einzahlungen auch regelmässig vorzunehmen – nur so können Sie nämlich den maximalen Profit aus diesen Investitionen schlagen. Von der Tatsache, dass Ihr Vermögen bis zum Pensionsalter gebunden sein wird, sollten Sie sich nicht abschrecken lassen. Grosse Investitionen (in ein Haus etwa) lassen sich nämlich weiterhin finanzieren. Wie alt Sie sind oder wie viel Sie verdienen, ist dabei fast nebensächlich: Nur sehr geringe Einkommen werden wirklich benachteiligt. Die 2. Säule sollten Sie aber dennoch im Auge behalten: Spätestens mit 50 bis 55 Jahren dient diese Kasse dazu, Ihr Vermögen noch einmal wachsen zu lassen – und schön flexibel bleiben Sie damit auch.


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